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Rassebeschrieb

Äussere Merkmale

Erscheinung

Beim Zwergzebu handelst es sich um eines der kleinsten Rinderrassen der Welt. Es stammt einst vom Auerochsen, dem Ur, Untergruppe Bos Indicus, ab. In den kargen Umweltbedingungen entstand durch die Negativselektion, dass nur die kleinen anspruchslosen, gesunden Tieren die harten Bedingungen überlebten wodurch das Zwergzebu heute noch sehr robust ist. Sie sind wenig anfällig für Krankheiten, Impfungen sind bei guter Gesundheit nicht nötig oder sogar schädlich für das Immunsystem. Zwergzebus sind kleinrahmig, besitzen einen zarten Knochenbau und haben leichte, sehr feingliederige, trockene und korrekt gestellte Extremitäten. Die Beine erscheinen relativ lang und die Körperpartien sind gut bemuskelt. Das abfallende Becken (abgezogene Kruppe) mit dem tiefen Schwanzansatz ist eine Besonderheit der Zwergzebus. Der Kopf ist leicht und die schmale Stirn verleihen eine längliche Erscheinung. Die Ohren sind klein und stehen waagrecht vom Kopf ab. Hängende Ohren sind bei Zwergzebus nicht erwünscht.

Grösse und Gewicht

Männliche Tiere Stockmass 90 bis 120cm, Gewicht um 400 kg Weibliche Tiere Stockmass 80 bis 110cm, Gewicht um 250 kg  Geburtsgewicht der Kälber um 10 kg

Buckel

Der feste Brustbuckel bedeckt den Widerrist vollständig (steigt vom Kopf her langsam an und fällt zum Rücken hin steil ab) und ist ein entscheidendes und typisches Rassemerkmal des Zwergzebus. Dieser muss senkrecht nach oben stehen, darf nicht kippen und duftet nicht selten nach Rosen. Der Buckel kann auch als sekundäres Geschlechtsmerkmal bezeichnet werden. Die männlichen Tiere besitzen einen stärker ausgeprägten Buckel als die Weiblichen. Auch ist dieser ein Indiz für den Gesundheitszustand des Tieres da die Nährstoffversorgung durch feine Fetteinlagerung im Muskelgewebe des Buckels ersichtlich ist.

Wamme

Ein sehr charakteristisches Merkmal ist die grosse, stark ausgebildete Wamme. Diese sollte weit vorne angesetzt sein.

Fell und Haut

Zwergzebus besitzen ein feines, seidiges und sehr glänzendes Fell.  Der typische Rindergeruch entfällt ganzjährig. In sehr heissen Sommern ist lediglich eine leichte wildartige Ausdünstung bemerkbar.    Es sind sämtliche Farben möglich: Von Braun-, Rot- Schwarz-, Grau- bis Weisstöne, gescheckt, gefleckt, gepunktet oder gestromt    Einfarbige Tiere weisen im Buckelbereich häufig dunkleres und an Schenkelinnenseite, Bauch, Augenpartie, des Wammenendes, Flotzmaul eine eher etwas hellere Färbung auf    Selten sind Blessen oder Sterne wodurch auc diese Zeichnungen erlaubt sind    Viele Tiere haben einen Aalstrich (Strich entlang des Rückgrades) Dunkle Tiere meist heller und bei hellen Tieren          meist dunkler Aalstrich als die allgemeine Fellfarbe Zweimal im Jahr findet der Fellwechsel statt: - Im Sommer sehr kurzes und eher feines und   helleres Fellkleid. - Im Winter sind die Haar länger, dichter und eher   stehendes Fell.   Zudem ist es meist dunkler als das Sommerfell.

Hörner

Die Hörner der Zwergzebus können unterschiedliche und sehr variable Farbschattierungen aufweisen. Diese sollten fest sitzend und nach oben zeigend sein. Selten sollten die Hörner nach unten zeigen. Kühe: Sie besitzen meist eher dünnere und kürzere Hörner. Bei fortschreitendem Alter biegen sie sich halbmondförmig nach innen und stehen ca. 45% nach vorne vom Kopf ab. Ältere Tiere weisen auch asymmetrische oder unterschiedlich lange Hörner auf. Bullen: Die Hörner der männlichen Tiere sind eher etwas kürzer aber dicker und massiger. Meist zeigen diese senkrecht nach oben und von der Seite betrachtet, stehen sie V-förmig vom Kopf ab.

Klauen

Zwergzebus besitzen kleine, harte Klauen. Sie sind sehr trittsicher und berggängig. Durch die geringe Belastung der Grasnarbe verursachen die Tiere so gut wie keine Trittschäden. Die Klauen wachsen ständig nach wobei bei genügend Auslauf, und verschiedenen Bodenbeschaffen- heiten sich die Klauen gut an der Sollbruchstelle abnutzen. Somit entfällt die Klauenpflege fast gänzlich.

Dornfortsätze

Zeburinder haben die Eigenheit, dass sich die Dornfortsätze ab dem 7. Halswirbel in zwei Äste teilen. Im Gegensatz zu den taurinen Rindern bei denen der Dornfortsatz ungeteilt ist.

Fleischqualität

Das Zwergzebufleisch hat wenig Cholesterin und Fett. Es besitzt einen dezenten Geruch und Geschmack das leicht dem des Wildes ähnelt. Das exklusive, fein strukturierte und dunkle Fleisch ist eine besondere Eigenheit und kann nur schwer mit einem anderen Fleisch verglichen werden. Das marmorierte Muskelfleisch des Buckels ist eine ganz besondere Delikatesse.

Innere Merkmale

Verhalten

Zwergzebus sind sehr anspruchslos und genügsam was die Fütterung und die Haltung betrifft. Bei trockener und zugfreier Haltung sind sie sehr kälteresistent. Auch hohe Temperaturen wirken sich keineswegs negativ auf die Fruchtbarkeit der hitzeunempfindlichen Tiere aus. Sie sind sehr vital, leichtkalbig und langlebig. Ein gesundes, gut entwickeltes Kalb pro Jahr wird als Zuchtziel angestrebt. Zwergzebus besitzen ausgeprägte Muttereigenschaften. Sie haben einen engen Zusammenhalt in der Herde und die gegenseitige, intensive Körperpflege steht im Herdenverband an der Tagesordnung. Die Tendenz zum Wildtier ist im Vergleich zu den taurinen Rindern kaum zu übersehen. Der sehr gut entwickelte Schutzinstinkt ist in der Herde gut sichtbar. Bei guter Haltung und genügend Zeit können die umgänglichen Tiere äusserst zutraulich und handzahm werden. Ein gutartiges Gemüt ist bei Kühen wie auch bei Bullen ein unabdingbares Zuchtziel. Zwergzebus sind für die Weidepflege beinahe unschlagbar. Die Wiese weist nach der Beweidung der Tiere keine Geilstellen auf, eine Verbuschung wird zurückgedrängt und sie sind nicht heikel was das Futterangebot angeht. Zwergzebus sind sehr standortsgetreu was die Haltung deutlich vereinfacht.
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Original Zwergzebu Schweiz